Energetiker, Coach, Sekten, Gurus …  alles in einem Topf?!

Ein vor kurzem in der Zeitung veröffentlichter Artikel über eine Energetikerin veranlasste mich zu diesem Thema ein Statement aus einem anderen Aspekt zu schreiben.

Artikel – „Energetiker – Kleine Königreiche?“

Zuerst eine kurze Zusammenfassung über den gelesenen Artikel (teilweise frei formuliert, teilweise wortwörtlich übernommen).

Es ging konkret um eine Energetikerin, die sich als Therapeutin ausgab und das Leben ihrer Klienten negativ beeinflusste. Die behandelten Personen waren in dem Glauben, sie sei eine Psychotherapeutin. Laut Fallbeispiele soll sie ihre Klienten angeschrien, beschimpft, gedemütigt und manipuliert haben. Sie führte auch Familienaufstellungen und soll die Klienten zum Kontaktabbruch mit anderen Familienmitgliedern gedrängt haben.

Eine Stellvertreterin von der Bundesstelle für Sektenfragen sprach über ein bereits bekanntes Muster, Mini-Sekten sowie über Guru-Gemeinschaften. Es zeigt die Tendenz, dass eine Person eine andere von sich abhängig macht und Methoden wie z.B. die Familienaufstellung hierzu manipulativ missbraucht.

Humanenergetik ist ein freies Gewerbe. Die Wirtschaftskammer hält jedoch fest, dass die Klienten mittels Aufklärungsbogen über das Tätigkeitsfeld informiert werden müssen. Die Energiearbeit darf u.a. keine therapeutische Arbeit sowie kein Heilversprechen im medizinischen Sinne darstellen, keine Diagnose abgeben sowie Medikamente empfehlen. Von der Kammer gibt es derzeit keine Forderung, das Gewerbe reglementieren zu wollen. „Der Berufsstand der Energetiker kann weitgehend unzensiert agieren“ – so die Formulierung in der Zeitung.

Nun folgen meine persönlichen Ansichten zum Thema.

Energetiker-Klischees – Wechsel der Blickrichtung

Wenn man den im Artikel beschriebenen Fällen Glauben schenkt, so muss man sagen, dass die Tätigkeit der o.g. „Energetikerin“ gar nichts mit Energiearbeit zu tun hat, zumindest nicht mit professioneller Energiearbeit. Eine humanenergetische Arbeit ist auf liebevolle und verständnisvolle Art unterstützend, begleitend, aufbauend, regenerierend usw., wohltuend für die Ganzheit von „Körper-Geist-Psyche“. Auf keinen Fall darf sie demütigend, verletzend, manipulativ oder bestimmend sein und von der behandelnden Person abhängig machen. Solche unprofessionellen „Kollegen“ und die dadurch entstandenen einseitigen Berichte können den Ruf dieses Berufsstandes untergraben – dachte ich im ersten Moment nach dem Lesen des Artikels. Ja, ich habe bewusst die Worte „Ruf“ und „Beruf“ verwendet. Es gibt nämlich auch in dieser Branche seriöse Dienstleister mit adäquater Ausbildung und Erfahrung und nicht nur „Hobby-Gurus“. Ein Großteil der Energetiker-Klienten ist hoch zufrieden. (Über erfolgreiche Behandlungsabläufe aus der Branche liest man leider sehr wenig – der Grund dafür wäre ein anderes Kapitel.) Die zufriedenen Klienten geben aber wohl die Empfehlungen gerne weiter, wodurch der gute Ruf weiterhin bestehen kann – auch wenn viele Menschen unbewusst auf Dramen-Stories fokussiert sind. Klischees und Vorurteile entstehen durch die einseitige Blickrichtung, teilweise ohne jegliche Eigenerfahrung. Wie viele Artikel haben Sie schon über ein fachliches Versagen einer Einzelperson aus anderen Berufen gelesen? Ich, persönlich nicht viele. Auch wenn ja, dann wurde durch den Fehler der jeweiligen Person nicht gleich der gesamte Berufsstand unterschwellig miteinbezogen. Wenn z.B. ein Arzt eine Fehldiagnose abgibt, oder ein Psychotherapeut nach jahrelanger Therapie keinen Erfolg erzielt, oder wenn aufgrund einer falschen statischen Berechnung ein Haus einstürzt, wird nicht die ganze Branche in die Schusslinie gestellt sondern nur diese eine Person. Die Humanenergetiker hingegen werden jedoch gerne in den Topf der Sekten, Gurus und Laien geworfen, die unzensiert agieren dürfen. (Übrigens, sind solche Andeutungen „zwischen den Zeilen“ oder Sätze wie „Der Berufsstand der Energetiker kann weitgehend unzensiert agieren“ nicht manipulativ?!)

Die Wirtschaftskammer hat einige Auflagen zum Berufsbild der Humanenergetiker, für die gesetzliche Regelung über das freie Gewerbe kann ja die Einzelperson nichts. Aus dieser Hinsicht sind gewisse Behauptungen ziemlich unseriös. Ich glaube, die Mehrheit der Energetiker würde sich sogar über eine klare Regelung (zumindest Ausbildungsnachweis) freuen. Heißt das freie Gewerbe automatisch, dass die Humanenergetiker ohne Ausbildung, ohne Fachkenntnisse „Amok laufen“? Unzensiert ist nicht gleich inkompetent.  Die meisten Energetiker haben wohl eine Standesethik. Muss dieses unseriöse Klischee von professionell und gewissenhaft arbeitenden Energetikern akzeptiert werden, nur aufgrund von einigen „schwarzen Schafen“? Nein, mit Sicherheit nicht! Und schwarze Schafe gibt es ja überall. Das Gewerbe gehört schon längst reglementiert und neu aufgestellt. Derzeit wird alles was halbwegs (!) mit Energiearbeit zu tun hat, in den Topf „Humanenergetik“ geworfen. (Eine Regelung würde aber voraussetzen, dass sich jemand mit dem Thema in Detail auseinandersetzt, u.a. auch Nicht-Energetiker, um eine Abgrenzung zu anderen Fachbereichen treffen zu können.) Natürlich ist eine Differenzierung der Methoden ordnungsgemäß einzustufen schwierig und komplex, aber in Anbetracht des o.a. Artikels um so wichtiger, um Kunden vor Scharlatanen zu schützen. Dieses Interesse haben alle seriös arbeitenden Humanenergetiker. Da dies aber leider (noch) nicht der Fall ist, wird geistig alles in einen Topf geschmissen – in den Topf der Esoteriker, Gurus, Voodoo-Zauberer und Co. Dabei habe ich noch kein Wort z.B. über die craniosacrale Körper-und Energiearbeit erwähnt, welche zwar der Humanenergetik zugeordnet ist, jedoch bei weitem nicht nur mit Energiearbeit zu tun hat. Diese spricht ja auch die körperliche Ebene (System Schädel-Wirbelsäule-Kreuzbein) an.

Professionelle Unterstützung

Liebe Leserinnen und Leser!

Ich lade Sie ein, sich vor jeglicher Behandlung über die gewählte Behandlerin sowie über die angewendete Methode zu informieren. Fragen sind immer – egal ob vor oder nach der Sitzung – herzlich Willkommen. Lassen Sie aufgrund von negativen Fällen nicht generell von Alternativmethoden abraten, wenn Sie grundsätzlich Interesse und Offenheit dafür  haben. Gute und weniger empfehlenswerte Anbieter gibt es in jedem Bereich. Es gibt zum Glück mehr als genug positive Fallbeispiele, die uns auf unserem Weg befestigen und dazu motivieren, unsere Kenntnisse und Kompetenzen immer mehr zu vertiefen, um Sie professionell unterstützen zu können.

Andrea Glanninger, BSc
Dipl. Humanenergetikerin
CranioSacrale Körper-und Energiearbeit

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